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Nie jestem botem

ÖSTERREICH

I. PREIS

Reclaiming Abundance, Oliver Ressler

Wie könnte die Welt in dreißig Jahren aussehen, wenn es uns gelingt, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren? Oliver Ressler imaginiert Veränderungen, derer es bedarf, um Klimaneutralität zu erreichen. Orte, die für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung sind, weil sie mit Industriezweigen verbunden sind, die für einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, passt Ressler visuell an die neuen, emissionsfreien Regeln an. Seine Arbeiten zeigen, wie man sich eine Welt vorzustellen hat, in der die Wirtschaft dekarbonisiert wurde, Ressourcen gespart werden und Mensch und Natur koexistieren.

Letzteres scheint Ressler bei seiner künstlerischen Intervention besonders wichtig zu sein. Die Rekultivierung von Orten, die vom Menschen beherrscht und ausgebeutet wurden sowie Gegenstand industrieller Gewalt waren, schafft die Möglichkeit, ein neues Verhältnis zwischen Natur und Mensch – der schließlich selbst Teil der Natur ist – zu entwickeln. Wobei der Künstler sich der unumkehrbaren Folgen der Klimakrise bewusst ist, die sowohl im Lokalen als auch im Globalen zu beobachten ist. Das Projekt Reclaiming Abundance befeuert die eher an Dystopien gewöhnte Einbildungskraft mit positiven Szenarien und initiiert eine Diskussion über das Wesen und die Beschränkungen des soziokulturellen Wandels, der mit den wissenschaftlich-technischen Eingriffen im Bereich der Energiewende einhergeht.


II. Preis
Amazon Air, Gottfried Haider

Mit jedem online gekauften Gegenstand gelangt Luft aus den Lagern der größten Online-Händler zu uns, „verpackt“ in Polsterkissen, mit denen die Hohlräume der Versandpakete ausgefüllt werden. Gottfried Haider hat Proben dieser Luft im Labor untersuchen lassen. Dabei wurden chemische Verbindungen nachgewiesen, die für die Gesundheit des Menschen und die Umwelt schädlich sind.

Amazon Air ist eine originelle und starke Metapher für die „Toxizität“ des globalen Handels, für die langen Lieferketten des übermäßigen und unreflektierten Konsums sowie für Unternehmenspraktiken, mit denen gegen Arbeitnehmerrechte verstoßen, beziehungsweise versucht wird, diese einzuschränken

Dank Haiders Arbeit werden wir bei jeder neuen Sendung vielleicht nicht nur an die bestellten Artikel, sondern auch an die toxische Leere denken, die wir geschickt bekommen, gleichsam als eine symbolische Rechnung für den Zugang zur globalisierten Welt. Und möglicherweise werden wir in Zukunft weniger von dieser Leere bestellen und infolgedessen die durch den ungezügelten Konsum bedingten Gefahren und Ungerechtigkeiten für Umwelt und Gesellschaft nicht noch zusätzlich verstärken.



POLEN

I. PREIS
#Gardenfit, Magdalena Mojsiejuk

Die schrittweise Rückkehr zu einem intensiven und dynamischen gesellschaftlichen Leben nach der Pandemie wird womöglich eine merkwürdige Erfahrung sein. Für eine Weile werden wir uns vermutlich unsicher und seltsam fühlen. Magdalena Mojsiejuk sah darin einen fruchtbaren Boden, um eine neue Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu entwickeln – die städtischen Gartenbau, Fitness und bessere Nachbarschaftskontakte miteinander verbindet. Indem wir kollektive Gärten gründen und betreiben, integrieren wir – so Mojsiejuks Vision – unsere lokale Gemeinschaft, halten uns fit, und auf unserem Speiseplan finden sich mehr lokale pflanzliche Produkte wieder (die nicht nur gesünder sind, sondern auch einen kleineren CO2-Fußabdruck hinterlassen). Und dies alles in der Umgebung grüner Städte.

Mojsiejuk stellt die provokative Frage, was geschähe, wenn wir für die Kampagne #Gardenfit genauso viel Geld ausgeben würden wie für sämtliche Aktivitäten, die unserer Fitness zugutekommen – Aktivitäten, die, obwohl sie bezahlt wurden, oft nur Pläne bleiben. Mit ihrem spekulativen Projekt zeigt die Autorin, dass derartige kulturfördernde, gemeinschaftliche Initiativen von unten das Potenzial haben, der Ausgangspunkt realer, positiver Veränderungen zu sein. Sie können Trends setzen, die die lokalen Gemeinschaften dauerhaft verändern.


II. Preis
Things of Internet, Helena Maciukiewicz

Die Erfahrung des Internets ist im Allgemeinen immaterieller Natur – meist reduzieren wir das Netz auf die empfangenen und gesendeten Inhalte und ignorieren die sozioökonomischen Auswirkungen seiner Stofflichkeit. Dies wurde besonders deutlich während der Pandemie, als viele alltägliche Angelegenheiten online stattfinden mussten und den direkten Kontakt ersetzten. Wir denken nicht ständig über die energieintensive Infrastruktur nach, dank derer ein globales Computernetzwerk überhaupt existieren kann. Wir überlegen uns nicht, wie das Internet die Emission von Treibhausgasen befördert, worüber zum Beispiel jüngst im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie diskutiert wurde.

Things of Internet verweist auf die negativen Umweltfolgen der allgegenwärtigen Digitalisierung. Maciukiewicz’ interaktive Installation, die die materielle Dimension des Internets thematisiert, spricht unsere Einbildungskraft und Emotionen an und fordert uns auf, unsere Netzgewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Maciukiewicz zeigt, wie man die Technologie verantwortungsvoller und bewusster nutzen kann. Je mehr wir über den Umweltaspekt der an das Internet angeschlossenen Geräte wissen, desto größer sind die Chancen, dass wir uns Aktivitäten, die nur dem Profit der Technologiekonzerne dienen – unter anderem gesetzliche Regelungen, die für Mensch und Natur schädlich sind – erfolgreich zur Wehr setzen.

13.11 - 31.08.2021 ON-LINE