Premiere der neuesten Übersetzung des Erzählbands „Ein Landarzt“ von Franz Kafka ins Polnische unter dem Titel „Lekarz wiejski“ sowie feierliche Verleihung der Goldenen Medaille "Gloria Artis für Verdienste um die Kultur" an Sława Lisiecka
An der Präsentation des Bandes „Lekarz wiejski” nehmen teil: Sława Lisiecka, Grzegorz Jankowicz - Leiter des Polnischen Buchinstituts, Barbara Klicka - Schriftstellerin und Adam Lipszyc.
Im Rahmen der Veranstaltung ist die feierliche Verleihung der Goldenen Medaille "Gloria Artis für Verdienste um die Kultur" an Sława Lisiecka als Anerkennung für ihre künstlerische Tätigkeit im Bereich der Literatur geplant. Die Auszeichnung wurde auf Antrag des Verbands der Polnischen Schriftsteller von Kultur- und Nationalerbe-Ministerin Marta Cienkowska zuerkannt.
„Lekarz wiejski” („Ein Landarzt”) ist der zweite Erzählband von Kafka, der zu dessen Lebzeiten erschienen ist. Er umfasst 14 zwischen 1914 und 1917 entstandene Werke. Unter diesen finden sich auch einige der berühmtesten (und grandiosesten) Werke des Autors von „Der Prozess“, wie „Vor dem Gesetz“, „Die Sorge des Hausvaters“, „Eine kaiserliche Botschaft“ oder das Titelwerk „Ein Landarzt“, sowie die etwas seltener gelesenen, aber ebenso ausgezeichneten Erzählungen „Ein altes Blatt“ und „Ein Bericht für eine Akademie“.
Die polnischen Leser erhalten diesen großartigen Band zum ersten Mal in der von Kafka selbst entwickelten Anordnung und in der neuen Übersetzung von Sława Lisiecka! Adam Lipszyc
Franz Kafka „Lekarz wiejski. Opowiadania drobne”
Mit Nachwort von Harald Salfellner über Entstehung der Erzählungen und derer Rezeption
Polnisch von Sława Lisiecka
Verlag Vitalis, Prager Ausgabe www.vitalis-verlag.com
Das Buch wird in Zusammenarbeit mit dem Franz Kafka Institut in Prag herausgegeben.
Organisation: Österreich-Bibliothek in der Universitätsbibliothek in Warschau, Universitätsbibliothek in Warschau
Partner: Verein der Polnischen Schriftsteller, Verein der Polnischen Schriftsteller – Abteilung in Łódź, Literaturhaus in Łódź, Österreichisches Kulturforum Warschau, Verlag Vitalis, Verlag OD DO, Franz Kafka Universität Muri
Sława Lisiecka (geb. 1947) schloss ihr Germanistikstudium im Jahr 1970 an der Universität Łódź ab. Anschließend war sie einige Jahre als Deutschlehrerin an einem der Łódźer Lyzeen und dann als Deutschlektorin an der Universität Łódź tätig. 1975 wurde sie aufgrund ihrer oppositionellen Aktivitäten von der Arbeit suspendiert. Seit 1978 übersetzt sie deutschsprachige Literatur ins Polnische. In dieser Zeit hat sie über 100 Bücher der deutschsprachigen Belletristik, populärwissenschaftlicher Literatur und Philosophie übersetzt. Sie übersetzt auch Theaterstücke und Lyrik.
Sie ist auch als Leiterin von Workshops, die der Übersetzungskunst gewidmet sind, sowie als Jurymitglied bei Wettbewerben für angehende Literaturübersetzer:innen tätig. Seit 2012 leitet sie den Verlag OD DO, der vorwiegend deutschsprachige Prosa veröffentlicht. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet: 1985 erhielt sie den Karl-Dedecius-Übersetzerpreis der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Polen-Instituts. 2007 erhielt sie den österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer:innen für die Übersetzung österreichischer Belletristik ins Polnische. 2009 erhielt sie den Übersetzungspreis der polnischen Fachzeitschrift „Literatura na Świecie” für die Übersetzung des Romans „Mutmaßungen über Jakob” von Uwe Johnson, 2011 den Preis der Stadt Łódź für translatorische und soziale Aktivitäten, 2012 den renommierten Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW für ihr Lebenswerk, insbesondere für ihre Übersetzungen der Werke von Thomas Bernhard ins Polnische. 2018 erhielt sie den Literaturpreis der Stadt Gdynia für die Übersetzung zweier Erzählungen von Thomas Bernhard: „Amras. Gehen”/„Amras. Chodzenie” ins Polnische.
Für ihre bedeutenden Verdienste für die Unabhängigkeit Polens (1975–1989), ihre kulturellen und oppositionellen Aktivitäten zugunsten demokratischer Veränderungen sowie ihre jetzige berufliche Tätigkeit wurde ihr im Jahr 2007 vom Staatspräsidenten das Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta verliehen. 2013 erhielt sie vom Minister für Kultur und Nationales Erbe die Bronze Medaille "Gloria Artis für Verdienste um die Kultur“. Sie ist die Witwe von Zdzisław Jaskuła und hat zwei Töchter sowie zwei Enkelkinder.
09.04.2026 (Do.), 18:00 Uhr
Universitätsbibliothek in Warschau
Saal 316, 3. Stock
Ul. Dobra 56/66
00-312 Warszawa
Anmeldung mit dem Ausweis- oder Passnamen erforderlich unter: laboratorium.krytyczne@gmail.com
Nach der Anmeldung: Eintritt frei
Auf Polnisch
FB: https://fb.me/e/6KqmSr8Ej