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Nie jestem botem

Übersetzen als Performance: Friederike Mayröckers avantgardistische Poetik als translatorische Herausforderung
Workshop mit einem Kurzreferat 
Leitung: Prof. Beate Sommerfeld (Adam-Mickiewicz-Universität in Poznan)

Die Übertragung avantgardistischer Texte birgt das Risiko, zugunsten der Lesbarkeit die Form zu opfern oder zugunsten formaler Treue die Leserschaft mit einem kaum verständlichen Ergebnis zu brüskieren. Im Workshop wird eine performative Übersetzungspraxis vorgestellt, die Übersetzung als Performance begreift und damit Theater, Schauspiel und Inszenierung ins Spiel bringt - Robert Wechsler versteht Übersetzer als „performer without a stage“, und der Warschauer Forscher und Übersetzer Andrzej Kopacki nennt den Übersetzer gar „den Inszenator einer Aufführung im Theater einer anderen Sprache“. Anhand von Texten Friederike Mayröckers werden Übersetzungsprobleme und -strategien diskutiert; ein kurzer Impulsvortrag führt in ihre avantgardistische Poetik ein, gefolgt von konkreten Übersetzungsbeispielen und praktischer Arbeit an eigenen Übersetzungsproben. Ziel ist, ästhetische, performative und formale Herausforderungen experimenteller Texte sichtbar zu machen.

Friederike Mayröcker (1924-2021), debütierte 1964 mit dem Gedichtband „metaphorisch“, war unbestritten eine der wichtigsten Dichterinnen der deutschen Sprache. Ihre unermüdlichen, äußerst lebendigen Sprachexperimente dienen stets der Entdeckung neuer Beziehungen zwischen den Ausdrücken, vor allem der Entdeckung neuer Ausdrücke für Gefühle: für Trauer, Wut, Liebe. In ihrem lyrischen Schaffen ging sie stets experimentierfreudig, visionär und zugleich sinnlich zu Werke. Sie schrieb auch Prosa, die als „Autofiktion“ bezeichnet wurde, und Hörspiele. Auf Polnisch bisher: Zielony Montaż / Grüne Montage. Auswahl und Polnisch von Ryszard Wojnakowski. Kraków: Verlag Wydawnictwo Antykwa, 2003; Wiersze/Gedichte, Polnisch von Ryszard Wojnakowski, Literatura na Świecie Nr 5-6/2020 (Gespräch dazu im Seminar Österreich.Kritisches Labor am ÖKF Warschau im Jahr 2021); Wiersze/Gedichte, Polnisch von Ryszard Wojnakowski, Monatszeitschirft Dialog Nr 11-12/2024 (813-814). Wir möchten Się auch auf den Artikel von Dr. Monika Gromala über Dichtung von Mayröcker hinweisen (auf PL): https://www.dialog-pismo.pl/w-numerach/piesni-zalobne-o-glosach-friederike-mayrocker

Beate Sommerfeld, Dr. habil. – Professorin am Institut für germanische Philologie der Universität Poznań (Polen), Germanistin, Komparatistin und Übersetzungswissenschaftlerin. Studium der Germanistik, Romanistik und Slawistik in Marburg an der Lahn und Montpellier. 2007 Dissertation zu Kafka-Nachwirkungen in der polnischen Literatur, 2014 Habilitation über das Tagebuch der Moderne, u.a. bei Kafka.  Zahlreiche Veröffentlichungen zu Kafka, zur österreichischen Gegenwartsliteratur, Avantgardeforschung, Ekphrasis, Intermedialität sowie Übersetzungsforschung.
Fot. Friederike Mayröcker: Wolfgang H. Wögerer, Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Fot. Beate Sommerfeld – Privatarchiv

29.10.2026 (Do.), 16:00 – 18:00 Uhr
Österreichisches Kulturforum Warschau,
ul. Próżna 7/9 
Registrierung: warschau-kf@bmeia.gv.at
Eintritt frei 
Das Seminar findet auf Polnisch statt.



 

 

 

 

 

26.10.2026 16:00 – 18:00 Österreichisches Kulturforum
ul. Próżna 7/9
Warszawa