Seminar im Zyklus „Österreichische Literatur und Psychoanalyse“
Geschrei des Säuglings
Leitung: Ewa Modzelewska-Kossowska (Polnische Psychoanalytische Gesellschaft), Prof. Adam Lipszyc (Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften).
Lektüre: Clemens J. Setz, „Zauberer“, in: „Der Trost runder Dinge“, übers. von Agnieszka Kowaluk, Verlag Filtry, Warschau 2024.
Annamaria lebt mit ihrem Sohn allein. Mario ist vor acht Jahren bei einem Unfall querschnittgelähmt geworden und seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Frau lädt Sexarbeiter ein und überredet sie zum Sex im Zimmer des Sohnes. Welches Ziel verfolgt sie mit dieser Prozedur wirklich? Hat Jürgen aus einer Hostessenagentur ihre Gelüste befriedigt? Und warum hat sich Annamaria das Säuglingsgeschrei als Klingelton auf ihrem Handy eingestellt?
Clemens J. Setz - geboren 1982 in Graz, lebt in Wien. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis, zu dessen Preisträgern Max Frisch, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek gehören. Letztere hält Setz für den bedeutendsten lebenden Schriftsteller Österreichs. Er ist Autor von sechs Romanen und drei Erzählbänden sowie von Theaterstücken, Essays und Gedichten. Setz wurde berühmt durch die Romane „Die Frequenzen“ (2009) und „Indigo“ (2012), viele Kritiker verweisen jedoch darauf, dass sein literarisches Talent in seinen Erzählungen am stärksten zum Ausdruck kommt. Setz, der sich für neue Technologien und künstliche Sprachen begeistert, schöpft Inspiration aus der romantischen Tradition der Schauerliteratur und des Grotesken sowie aus Science-Fiction-Klassikern, allen voran aus den Werken von Philip K. Dick. Kritiker vergleichen sein literarisches Schaffen mit dem von Franz Kafka, Robert Walser, Peter Handke, Edgar Allan Poe, David Foster Wallace und Stephen King. „Der Trost runder Dinge“ ist das erste Buch von Setz, das auf Polnisch erscheint. Im Jahr 2025 war das Buch auf der kurzen Liste des polnischen Mitteleuropäischen Literaturpreises Angelus.
Partner: Polnische Psychoanalytische Gesellschaft, Zentrum für das Psychoanalytische Denken an der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Österreich-Bibliothek in der Universitätsbibliothek in Warschau
Idee und Organisation: Österreichisches Kulturforum Warschau
10.03.2026 (Di.), 19:00 Uhr
Österreichisches Kulturforum Warschau
ul. Próżna 7/9
Registrierung: podroz.zimowa@gmail.com
Eintritt frei
Das Seminar wird nicht aufgezeichnet oder gestreamt
Auf Polnisch