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Nie jestem botem

17. Conrad-Literaturfestival. Radikale Hoffnung – das Überleben selbst ist nicht genug

Im Bann der Königin der Berge
 | Daniel Wisser 

Moderation: Barbara Woźniak

Veranstalter: Stadt Krakau, KBF (Krakauer Festivalbüro) – zuständig für Umsetzung des Programms Krakau – Literaturstadt UNESCO, Fundacja Tygodnika Powszechnego (Stiftung der Wochenzeitung Tygodnik Powszechny)
Partner: Österreichisches Kulturforum Warschau
Fot. des Autors: © C.Stadler/Bwag; CC-BY-SA-4.0

Eine chronische Krankheit verändert alles: den Lebensrhythmus, die Denkweise über den Körper, die Beziehungen zu den eigenen Nächsten. Sie nimmt einem die motorische Fähigkeit, gibt aber dafür etwas Unerwartetes. Daniel Wisser zeigt in seiner Prosa, dass eine Krankheitserfahrung nicht nur Leiden bedeutet, sondern auch eine neue Sichtweise auf sich selbst und die Welt gibt. Kann man von Freiheit dort sprechen, wo offensichtlich, alles weggenommen wurde?

Der Roman „Königin der Berge″ ist eine geniale Mischung aus schwarzem Humor und tödlichem Ernst. Er erzählt eine Geschichte, die das Leben als absurd darstellt, den Tod aber als erlebenswert zeigt. Sein Protagonist Robert Turin verbringt seine letzten Lebensjahre in einem luxuriösen Pflegeheim und versucht, auf möglichst eigene Weise zu leben – und zu sterben.

Der Roman erschien 2018 (Jung und Jung, Salzburg/Wien) und bescherte dem Autor den Österreichischen Buchpreis sowie den Johann-Beer-Preis. Die polnische Übersetzung von Ryszard Wojnakowski ("Królowa Gór") wurde 2023 im Verlag OD DO aus Łódź herausgegeben. Damals hat es der Schriftsteller auf der Buchmesse in Warschau sowie in Krakau vorgestellt. Nun spricht er über „Königin der Berge” vor dem Hintergrund der radikalen Hoffnung – der Hauptidee des heurigen Conrad-Literaturfestivals in Krakau. Er gehört nun zu den österreichischen Literaturschaffenden, die zum renommierten polnischen Literaturfestival eingeladen wurden. Neben ihm waren dies bisher Martin Pollack (2012), Karl-Markus Gauß (2020), Tania Maljartschuk (2022) und Laura Freundenthaler (2023).

Anlässlich der polnischen Ausgabe hat Jagoda Gawliczek im Herbst 2023 ein Interview mit Daniel Wisser über sein Buch für das Online-Magazin Wizje durchgeführt: https://magazynwizje.pl/aktualnik/wisser-gawliczek/

Daniel Wisser (1971) — Schriftsteller, Performer und Musiker, lebt in Wien. Er verfasst Prosa, Lyrik und dramatische Werke. In Polen war er 2017 Gast des Internationalen Festivals „Opowiadania” in Wroclaw. Im Frühling 2020 erschienen seine Corona Tagebücher (im Rahmen eines Projektes des Literaturhauses Graz) in Übersetzung von Sława Lisiecka in der polnischen Kulturzeitschrift „Dwutygodnik”: https://www.dwutygodnik.com/artykul/8952-praktyka-rezygnacji.html.

2023 war er zu Gast mit der „Königin der Berge” in Warschau und Krakau. https://www.danielwisser.net/

Barbara Woźniak (1980) – Schriftstellerin, Soziologin und Gerontologin, Dozentin am Collegium Medicum der Jagiellonen-Universität, verbunden auch mit dem Forschungszentrum für kulturelle Diskurse über Krankheiten der JU.  Autorin des Romans Niejedno (2021), für den sie den Witold Gombrowicz-Literaturpreis erhalten hat. Sie veröffentlicht Essays und kurze Prosaformen (u.a. in Fachzeitschriften wie: „Czas Literatury” und „Miesięcznik ZNAK”). Ihre wissenschaftlichen Interessen (Leben mit einer chronischen/psychischen Krankheit, soziale Ausgrenzung im Alter, Ungleichheiten in der Gesundheit) finden sich in ihren literarischen Texten wieder.


17. Conrad-Literaturfestival. Radikale Hoffnung – das Überleben selbst ist nicht genug
Der Untergang der Welt muss nicht unbedingt ein spektakulärer Zusammenbruch sein, bei dem alles endet. Er kann der Zerfall einer bekannten Realität sein und den Übergang zu einem Zustand bedeuten, in dem man weiterhin existieren muss – und das ist oft der Fall.

Apokalypsen, diese kleineren wie die größeren, ereignen sich unaufhörlich. Kulturen, Zivilisationen und Epochen neigen sich ihrem Ende zu, einzelne Menschen erleben ihren privaten Untergang und setzen sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Die Idee der diesjährigen Ausgabe des Conrad-Festivals ist das Konzept der radikalen Hoffnung von Jonathan Lear.

„Diese Hoffnung ist radikal, denn sie ist auf ein künftiges Gut ausgerichtet, das die aktuellen Möglichkeiten des Verstehens dessen, was es sein könnte, übersteigt. Die radikale Hoffnung erwartet ein Gutes, diejenigen aber, die diese Hoffnung hegen, verfügen noch nicht über Begriffe, mit denen sie es erfassen könnten.“  Solch eine Hoffnung bedeutet, das Risiko einzugehen und einen Sprung ins Unbekannte zu wagen. Sie ist die Schwester des Mutes. Die Idee der radikalen Hoffnung hat uns dieses Jahr zum Nachdenken gebracht: Was kann man tun, damit das Leben nicht bloß im Überlebensmodus läuft – und welche Wegweiser kann uns die Literatur dazu geben?

Anhand der Einleitung zur Idee des Conrad-Festivals 2025

Der gesamte Text der Programmdirektorin des Festivals Olga Drenda auf Englisch: https://en.conradfestival.pl/a/1865,motto-and-first-guests-of-the-conrad-festival-2025


21.10.2025 (Di.), 18:00 Uhr
Conrad-Literaturfestival
Słowacki Theater – MOS-Bühne
ul. Rajska 12, Kraków
Autorentreffen findet auf Deutsch und Polnisch mit Simultanübersetzung statt.
Kostenlose Eintrittskarten: https://conradfestival.pl/wydarzenie/we-wladzy-krolowej-gor-daniel-wisser
Mehr Informationen unter: https://en.conradfestival.pl/



 

21.10.2025 18:00 Słowacki Theater – MOS-Bühne
ul. Rajska 12
Krakau
Kostenlose Eintrittskarten