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Nie jestem botem

“Ein Cirkusreiter auf 2 Pferden” – über die Möglichkeit Kafka zu übersetzen
Workshop mit einem Kurzreferat
Leitung: Prof. Beate Sommerfeld (Adam-Mickiewicz-Universität in Poznan)

Eine der größten Herausforderungen für ÜbersetzerInnen besteht darin, den Stil eines Autors glaubwürdig wiederzugeben. Doch wie lässt sich Kafkas Stil am besten beschreiben? Aufmerksame Leser bemerkten schon früh den „klassischen“ Einschlag seiner Prosa. Kurt Tucholsky etwa bezeichnete es als „das beste klassische Deutsch unserer Zeit“ und hatte dabei wohl die dezente, zurückhaltende Ausdrucksweise und unauffällige Phrasierung seiner Texte im Sinn. Doch Kafkas Stil ist auch – wenn auch auf diskrete Weise – subversiv. Wie Milan Kundera ganz richtig bemerkt, handelt es sich bei Kafka um einen Schriftsteller, der bewusst die Erwartungen an „gutes Deutsch“ brüskiert, und ein erhebliches Problem für seine ÜbersetzerInnen besteht darin, diese Normbrüche in der eigenen Sprache nachzubilden. Diese Eigenart von Kafkas Stil resultiert – wie während des Workshops gezeigt wird – aus der ambivalenten Haltung des Autors gegenüber der deutschen Sprache aus der Perspektive eines deutsch-jüdischen Schriftstellers, der sich zwischen dem Prager „Papierdeutsch“ und der eher körperlichen und musikalischen jiddischen „Gebärdensprache“ bewegt. Aus der Position eines kulturellen „Bastards“ zu schreiben, sei für ihn nahezu unmöglich, schreibt Kafka an seinen Freund Max Brod, und die Übertragung seines hybriden, spannungsgeladenen Idioms in eine andere Sprache scheint nur als performative Re-Inszenierung möglich zu sein.

Beate Sommerfeld, Dr. habil. – Professorin am Institut für germanische Philologie der Universität Poznań (Polen), Germanistin, Komparatistin und Übersetzungswissenschaftlerin. Studium der Germanistik, Romanistik und Slawistik in Marburg an der Lahn und Montpellier. 2007 Dissertation zu Kafka-Nachwirkungen in der polnischen Literatur, 2014 Habilitation über das Tagebuch der Moderne, u.a. bei Kafka.  Zahlreiche Veröffentlichungen zu Kafka, zur österreichischen Gegenwartsliteratur, Avantgardeforschung, Ekphrasis, Intermedialität sowie Übersetzungsforschung.


27.11.2025 (Do.), 15:30 - 18:00 Uhr
Österreichisches Kulturforum Warschau
ul. Próżna 7/9, Warschau 
Registrierung: warschau-kf@bmeia.gv.at
Eintritt frei 
Das Seminar findet auf Polnisch statt.



 

27.11.2025 Österreichisches Kulturforum
ul. Próżna 7/9
Warszawa
Eintritt frei / Registrierung